rheinische post “an rhein und lippe”

artikel vom 03. februar 2001

sabine schumacher (30) erobert die modewelt

paris ist erreicht, aber wesel bleibt die bodenstation / von olaf scholten

wesel/paris/düsseldorf. ihr aufstieg war rasant. sie hat es geschafft. die 30-jährige weselerin sabine schumacher erobert die große weite modewelt. die junge frau ist inzwischen da angekommen, wo die ganz großen der branche zu hause sind. ihre neuste kollektion war letztes wochenende auf der pariser pret-a-porter zu sehen. am sonntag laufen ihre modelle auf der collection premiere düsseldorf (cpd), der größten modemesse der welt. höhepunkt ist dabei der designers catwalk heute abend.

sabine schumacher wurde 1970 in wesel geboren. hier machte sie eine ausbildung zur damenschneiderin. schon früher hat sie mit stiften mode-skizzen gezeichnet. nach dem abitur und den gesellenjahren studierte sie an der düsseldorfer modeschule. stipendien und auszeichnungen errang sie schon in ihren lehrjahren, ob vom deutschen institut für herrenmoden oder der deutschen bekleidungsindustrie, “fashion fiew” oder “fashion future award”. der endgültige durchbruch kam, als sie von der weltberühmten galerie lafayette aus paris entdeckt wurde. die neueste kollektion herbst/winter wurde in paris in der show “mode made in germany” präsentiert. “strenge und sinneslust – prunk und sachlichkeit”, beschreibt sie selbst ihre mode. neben grob strukturierten wollstoffen bietet sie mit pailletten bestickte seide und im gegensatz dazu ein hightechmaterial als bestickte lederoptik. alt-gold, braun, schwarz und silber sind ihre farben. beim design setzt sabine schumacher auf den femininen trend der 60er jahre: schmale silhouetten, lineare konturen und material-kontraste prägen ihre sachliche designer handschrift. schmale raglanjacken zu leicht ausgestellten, schmalen röcken sind nur einige beispiele aus der aktuellen kollektion.zwischen pret-a-porter und cpd ist für sabine schumacher noch einiges zu tun. “ich kann den erfolg vor lauter arbeit gar nicht richtig genießen”, erzählt sie. “es müssen noch zu viele knöpfe angenäht werden”, sagt die mutter einer zweijährigen tochter schmunzelnd. doch von der vielen arbeit lässt sie sich den spaß nicht verderben. eines ihrer erfolgsrezepte.die 31-jährige arbeitet im düsseldorfer creativ-haus, betrachtet wesel aber als ihre heimat. “ich bin eigentlich ein ganz normaler pendler, fahre morgens nach düsseldorf zur arbeit und komme abends nach hause nach wesel”, sagt die zierliche junge frau. neben ihrer kindheit verbindet sie ruhe und ausspannung mit ihrer geburtsstadt. düsseldorf ist allerdings genau so ein dorf wie wesel. nur etwas hektischer und modischer”, sagt sie.